Einmal im Jahr aufs Land
Das Mausenest macht jedes Jahr einen Ausflug, bei dem die Eltern mitkommen. In diesem Frühjahr fiel die Wahl auf einen Hof in Dohren: die Erlebnispädagogik Kathleen Grygo, ein Ort, an dem Tiere nicht hinter Absperrungen stehen, sondern zum Anfassen, Striegeln und Füttern da sind.
Am 8. Mai ging es los. Ein Vormittag auf dem Land, an dem die wichtigste Regel schnell klar wurde: Hier geben die Tiere den Takt vor, nicht der Besuch.
Pferde striegeln
Ein Pferd zu striegeln ist mehr, als mit der Bürste über das Fell zu fahren. Man muss ruhig werden, langsam, und lernen, wann ein Tier Nähe mag und wann lieber nicht. Wer das einmal gemacht hat, schaut danach anders auf ein Pferd — nicht mehr nur groß, sondern auch warm und geduldig.
Füttern will gelernt sein
Alpakas, Ziegen und Kühe wollen alle versorgt werden, und jedes Tier nimmt sein Futter anders. Die Ziegen drängeln und springen, die Alpakas schauen lange, bevor sie sich entscheiden, und eine Kuh nimmt das Futter mit einer Ruhe, als hätte sie alle Zeit der Welt.
„Die ist ja viel größer als ich.”
Genau dieser Moment bleibt hängen: das Begreifen, dass die Welt voll ist mit Wesen, die größer sind als man selbst, und dass das vollkommen in Ordnung ist.
Und am Ende ein Picknick
Nach dem Striegeln und Füttern wird ausgepackt. Ein Picknick auf dem Hof, mit Tieren in Sicht- und Hörweite, schmeckt anders als zu Hause. Die Kinder sind müde vom Staunen, die Eltern reden, und für einen Moment ist alles genau richtig.
Was bleibt
Dass Tiere Arbeit sind, jeden Tag. Dass Essen nicht im Supermarkt anfängt. Und dass Matsch an den Stiefeln kein Unglück ist, sondern der Beweis, dass man dabei war.
Eindrücke
Klick auf ein Bild für die große Ansicht. Hauptbilder sind eigene Aufnahmen ohne Kinder; Belegfotos sind dezent gekennzeichnet.
Vor dem Besuch
Wo liegt der Hof in Dohren genau? +
Die Erlebnispädagogik Kathleen Grygo liegt am Reddernweg 8 in 21255 Dohren, rund zehn Autominuten vom Ortskern Tostedt entfernt.
Kann man den Hof einfach so besuchen? +
Nein. Es handelt sich um einen Hof mit Tieren und festen Abläufen. Besuche sind nach vorheriger Absprache möglich, am besten als angemeldete Gruppe oder zu einem vereinbarten Termin.
Ab welchem Alter lohnt sich der Besuch? +
Ab etwa zwei Jahren. Größere Tiere können Kleinkindern zunächst Respekt einflößen — das gibt sich meist schnell, wenn eine erwachsene Person dabei ist.
Was sollte man mitbringen? +
Feste Schuhe oder Gummistiefel, Kleidung, die schmutzig werden darf, und etwas zu trinken. Für ein Picknick lässt sich gut etwas einpacken.